Nie wieder Auschwitz!

„Heute habe ich zum dritten Mal die Konzentrationslager Auschwitz I und Auschwitz II – Birkenau besucht. Es war erschütternd, den Eingang zum Lager zu betrachten, die Gaskammern und das Krematorium, da sich in dieser Reihenfolge der Tod von Millionen unschuldiger Leben vollzog. Ich betrachtete andere Menschen während ihres Rundgangs und beobachtete sie, wie sie wieder in ihre Busse und PKW einstiegen. Ich war besorgt wegen ihrer Gedanken, und welche Eindrücke dieser Besuch bei ihnen hinterlassen hat. Es ist eindeutig … wir müssen das Friedenszentrum errichten, so dass wir die Menschen dazu bringen, das Zentrum als Stätte der Erhellung und der Bildung wahrzunehmen und ihnen Hoffnung zu geben für ein besseres und neues Morgen. In der Tat dürfen wir diesen Weg nicht noch einmal als menschliche Gemeinschaft beschreiten. Sicherlich kann die Menschheit lernen, in Frieden zu leben, wenn wir unser Leben auf diesem Planeten miteinander teilen. So müssen wir uns gemeinsam vorwärts bewegen und sagen: „Niemals wieder“. Wir haben die von Gott gegebene Möglichkeit, in einer besseren Welt des Friedens zu leben”.

Hier sind die Fotos zusammen mit den erschütternden Beschreibungen dessen, was sich innerhalb der Konzentrationslager Auschwitz I und Auschwitz II – Birkenau in Polen zugetragen hat.

„Arbeit Macht Frei”

Der Schriftzug über dem Eingangstor lautet „Arbeit Macht Frei”, was bedeutet, dass Arbeit Freiheit bringt. Durch dieses Tor sind die Häftlinge als Arbeitskräfte gezogen, um im Lager und ausserhalb vom Lager Arbeit zu verrichten. Uns wurde gesagt, dass an der rechten Seite des Tores ein Orchester aufgespielt hat, das dazu da war, die Stimmung anzuheben und die Einmarschierenden mit Marschmusik dazu zu bringen, in Reih und Glied durch dieses Tor zu marschieren. Ebenso mussten alle Häftlinge, die früh durch dieses Tor zur Arbeit marschiert sind, am Abend durch dieses Tor in das Lager wieder einmarschieren. Wenn irgendjemand bei der Verrichtung der Arbeit zu Tode gekommen ist, wurden deren Körper abends durch das Tor hinausgeschleift, um die Anzahl wieder aufzustocken. Dieses Tor war der Eingang zur Hölle für so viele unschuldige Menschen.

Zuvor mussten die Häftlinge zum Zählappell in Zehnerreihen antreten. Wenn Häftlinge fehlten, wurden die anderen Häftlinge gezwungen, dort stehenzubleiben, bis die Geflohenen aufgegriffen wurden. Die längste bekannt gewordene Zeit war 21 Stunden. Wenn die Geflohenen ergriffen wurden, wurden sie misshandelt oder sogar vor den anderen Insassen des Lagers erschossen, um allen zu zeigen, was die Folgen eines solchen Fluchtversuchs sind.

Es bestand ein seltsames Gefühl der Beklemmung rund um KZ Auschwitz, man fühlte das Verbrechen und es herrschte eine unangenehme Atmosphäre. Es war ungefähr wie ein starres Foto, es gab keine singenden Vögel, und keine Vögel flogen über das Gelände von Auschwitz sondern nur darum herum. Es ist sehr skurril, aber dennoch vorstellbar, dass die Vögel wussten, was dort vor sich geht, und das ist ungefähr das, was man selbst fühlt, wenn man sich dort aufhält.

Die Todeswand in Auschwitz I – Block 11

In Auschwitz I bestanden die Gebäude als Kasernen der polnischen Armee. Als die Deutschen einmarschierten, haben sie daraus ein Konzentrationslager gemacht wegen der vorhandenen Strukturen und der Anbindung an die Eisenbahn, so dass Juden aus ganz Europa nach Auschwitz transportiert werden konnten. Die Juden kamen aus vielen Teilen Europas.

Es gibt eine Karte in der Gedenkstätte mit Darstellung der Länder, aus denen die Juden kamen. Der Platz rechts unten auf der Karte steht für einen 11 Tage langen Transport in Viehwagen ohne Nahrung, ohne Wasser und ohne sanitäre Einrichtungen. Die Viehwagen waren etwa 25 Fuß (7,7 m) lang und bis zu 10 Fuß (3,0 m) breit.

Diese Viehwagen dienten ursprünglich zum Transport von 15 Kühen, aber oftmals wurden mehr als 100 Menschen in solchen Wagen zusammengepfercht. Das Töten begann sogar schon, bevor die Juden in Auschwitz ankamen.

In der Gedenkstätte gibt es eine Hinweistafel. Man sagte uns, dass dann, wenn wir eine Schweigeminute für jedes Menschenleben einlegen würden, das allein in Auschwitz erloschen ist, man auf eine zeitliche Gesamtlänge von zwei Jahren käme. Wenn dieser Tage eine bekannte Persönlichkeit stirbt, legen wir für sie eine Schweigeminute ein, aber das Wissen darum, dass es zwei Jahre dauern würde, um jedem Opfer allein in Auschwitz zu gedenken, hat uns alle sehr betroffen gemacht, insbesondere im Wissen darum, dass Millionen anderer Menschen an anderen Orten während des Holocaust ums Leben gekommen sind. Denken wir daran und sprechen wir ein Gebet.

Die Hinweistafel informiert uns, dass die Mehrzahl der Menschen in den Gaskammern von Auschwitz umgekommen ist. Wir konnten einen Blick in die Gaskammern werfen. In die Gaskammern wurden 1500 Personen gedrängt und dann mit Zyklon-B vergast. Innerhalb von 25 Minuten waren alle tot, und danach erfolgte die Einäscherung, aber dazu waren 6 Tage erforderlich, was für die Nazis eindeutig zu lange war.

Uns wurden in der Gedenkstätte die Habseligkeiten der Juden gezeigt. Menschliches Haar, Koffer, Brillen, Geschirr und sogar künstliche Gliedmaßen werden ausgestellt.

Das menschliche Haar wurde den Häftlingen abrasiert, die arbeiteten, und das Haar wurde zurück nach Deutschland geschickt, um damit Matratzen und Kissen auszustopfen. Es handelt sich hier aber um das Haar, das den Juden nach der Vergasung abrasiert wurde. Das Haar wurde solange nicht abrasiert, bis die Juden nicht vergast waren, da die Deutschen nicht den Eindruck entstehen lassen wollten, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Außerdem wären dann, wenn die Juden einen Aufstand durchführen würden, nicht genug Wachen zur Niederschlagung vorhanden gewesen. Es gab ausreichend viele Gründe, einen Aufstand herbeizuwünschen. Vielleicht wäre die Geschichte dann anders verlaufen.

Es gibt einen kleinen Teil der Habseligkeiten, die skrupellos gleich bei der Ankunft in Auschwitz weggenommen wurden. Es handelt sich hierbei um Brillen, die den Juden gehörten, und die verkauft wurden, um die deutsche Wirtschaft zu unterstützen oder sie an die Armen zu verteilen. Das hat einen gewaltigen Eindruck auf alle gemacht, die sich diese Vitrine mit den Brillen angeschaut haben. Es hat uns alle daran erinnert, dass 1,1 Millionen nur ein statistischer Wert sind, aber bei allen diesen Menschen handelte es sich um Einzelpersonen mit Seele und Geist. – Wolfgang Hildebrandt


Wir müssen das Friedenszentrum errichten, damit die Menschen das Zentrum besuchen als eine Stätte der Erkenntnis und der Bildung, und um ihnen Hoffnung zu geben für eine neue und lichte Zukunft.

Auschwitz Birkenau

 

25. Januar 1940
Die SS entschied, ein Konzentrationslager nahe Stadt Auschwitz einzurichten.

20. Mai 1940
Die ersten Häftlinge des Konzentrationslagers – 30 Wiederholungstäter aus Sachsenhausen—trafen im Konzentrationslager Auschwitz ein.

14. Juni 1940
728 polnische Gefangene wurden nach Auschwitz transportiert. In der Gruppe der Häftlinge war Dr. Janusz Mlynarski. Er ist seit vielen Jahren einer der aktivsten Initiatoren des Friedenszentrums. Er trägt immer noch die Häftlingsnummer # 355.

1. März 1941
Der Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, inspizierte Auschwitz. Da in der Umgebung gelegene Fabriken die Häftlinge zur Zwangsarbeit einsetzten, war Himmler besorgt über die Häftlingskapazität des Lagers. Bei seinem Besuch ordnete er sowohl die Erweiterung des Lagers Auschwitz I zur Aufnahme von 30.000 Häftlingen als auch die Errichtung eines Lagers nahe Birkenau für den erwarteten Zustrom von 100.000 sowjetischen Kriegsgefangenen an. Himmler befahl weiterhin, dass das Lager 10.000 Häftlinge zur Zwangsarbeit für den Bau des Fabrikkomplexes der IG Farben in Dwory, etwa 1,6 km vom Lager entfernt, abstellt. Himmler unternahm weitere Besuche in Auschwitz im Jahr 1942, wo er Augenzeuge der Tötung von Häftlingen in den Gaskammern war.

3. September 1941
Die ersten Vergasungen von Häftlingen fanden in Auschwitz I statt. Die SS probierte das Gas Zyklon B zur Tötung von 600 sowjetischen Kriegsgefangenen sowie 250 anderen kranken oder schwachen Häftlingen aus. Die Versuche fanden in einer provisorischen Gaskammer in Block 11 in Auschwitz I statt. Zyklon B war die Handelsbezeichnung für das kristalline Blausäuregas, das von der IG Farben hergestellt und normalerweise zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurde. Der “Erfolg” dieser Experimente führte zur Verwendung von Zyklon B als das Mittel zur Vernichtung in dem noch zu errichtenden Todeszentrum von KZ Auschwitz II – Birkenau.

25. Januar 1942
Der SS-Chef Heinrich Himmler informierte Richard Glücks, den Inspekteur der Konzentrationslager, dass 100.000 jüdische Männer und 50.000 jüdische Frauen aus Deutschland zur Zwangsarbeit nach Auschwitz deportiert werden sollen.

15. Februar 1942
Der erste Transport von Juden aus  Beuthen (Bytom) im von Deutschland besetzten Oberschlesien erreichte Auschwitz I. Die Lagerverwaltung der SS tötete alle Gefangenen aus dem Transport mit dem Gas Zyklon B direkt nach ihrer Ankunft.

31. Dezember 1942
Die SS und die deutschen Polizeibehörden deportierten im Jahr 1942 etwa 175.000 Juden nach Auschwitz – Birkenau.

1. Januar – 31. März 1943
Die SS und die deutschen Polizeibehörden deportierten etwa 105.000 Juden nach Auschwitz – Birkenau.

29. Januar 1943
Das Reichssicherheitshauptamt ordnete an, dass alle erfassten Sinti und Roma, die sich in Deutschland, Österreich und im Protektorat Böhmen und Mähren aufhielten, nach Auschwitz zu deportieren sind.

26. Februar 1943
Der erste Transport von Sinti und Roma aus Deutschland traf in Auschwitz ein. Die Behörden der SS brachten sie im Abschnitt B-IIe von KZ Auschwitz II – Birkenau unter, der als das „Zigeuner-Familienlager“ bekannt wurde. Bis zum Ende 1943 wurden mehr als 18.000 Sinti und Roma in dem sogenannten Familienlager eingesperrt, und 23.000 Zigeuner wurden in den Komplex des Lagers Auschwitz deportiert.

1. April 1943 – März 1944
Die SS und die deutschen Polizeibehörden deportierten etwa 160.000 Juden nach Auschwitz – Birkenau.

2. Mai 1944
Die ersten beiden Transporte ungarischer Juden trafen in Auschwitz – Birkenau ein.

6. Juli 1944
Die Deportation der ungarischen Juden wurde durch Anweisung von Reichsverweser Miklos Horthy gestoppt. Der letzte Transport aus Ungarn traft am 11. Juli ein.

2. August 1944
Die Lagerverwaltung der SS ermordete die letzten Insassen – gerade noch unter 3.000 des sogenannten Zigeuner-Familienlagers in Auschwitz-Birkenau. Die SS ermordete eine geschätzte Gesamtzahl von 20.000 Sinti und Roma im Komplex des Konzentrationslagers Auschwitz.

April 1944 – November 1944
Die SS und die Polizeibehörden deportierten mehr als 585.000 Juden nach Auschwitz.

7. Oktober 1944
Die jüdischen Häftlinge im “Sonderkommando”, die dazu gezwungen wurden, die Körper der Vergasten aus den Gaskammern herauszuholen und das Krematorium zu betreiben, begannen einen Aufstand. Sie jagten erfolgreich das Krematorium IV in die Luft und töteten verschiedenes Wachpersonal. Weibliche Häftlinge hatten Sprengstoff aus der nahegelegenen Fabrik herausgeschmuggelt und an Mitglieder des Sonderkommandos übergeben. Der SS gelang es, die Revolte schnell niederzuschlagen und fast alle Mitglieder des Sonderkommandos umzubringen. Am 6. Januar 1945, einige Wochen vor der Befreiung des Lagers durch sowjetische Streitkräfte, ließ die SS auch vier Frauen aufhängen, die den Sprengstoff in das Lager geschmuggelt haben.

25. November 1944
Wegen des weiteren Vormarschs der sowjetischen Streitkräfte ordnete der Chef der SS, Heinrich Himmler, die Zerstörung der Gaskammern und der Krematorien im KZ Auschwitz II – Birkenau an. Bei dem Versuch der SS, die Beweise für die Massentötungen zu beseitigen, wurden Häftlinge gezwungen, die Einrichtungen zu demontieren und zu sprengen.

12. Januar 1945
Eine sowjetische Offensive durchbrach die deutschen Verteidigungsstellungen an der Weichsel. Die sowjetischen Truppen nahmen Warschau ein und rücken schnell auf Krakau (Krakow) und Auschwitz (Oświęcim) vor.

18. – 27. Januar 1945
Da die sowjetischen Streitkräfte näher rückten, evakuierte die SS die Häftlinge aus dem Komplex des Konzentrationslagers Auschwitz in Richtung Westen. Zehntausende Häftlinge wurden gezwungen, zu den Städten Wodzislaw (Loslau) und Gliwice (Gleiwitz) im westlichen Teil Oberschlesiens zu marschieren. Während des Gewaltmarsches erschoss die SS jeden, der nicht weiter konnte. In Wodzislaw und Gliwice wurden die Häftlinge in unbeheizte Güterzüge verfrachtet und in Konzentrationslager innerhalb von Deutschland verbracht, besonders nach Flossenbürg, Sachsenhausen, Groß-Rosen, Buchenwald und Dachau sowie nach Mauthausen in Österreich. Insgesamt wurden fast 60.000 Häftlinge gezwungen, Todesmärsche aus dem Lagersystem von Auschwitz anzutreten. Auf den Todesmärschen sind 15.000 Häftlinge ums Leben gekommen. Tausende mehr kamen in den Tagen vor der Evakuierung um.

27. Januar 1945
Sowjetische Truppen drangen in den Lagerkomplex von Auschwitz ein und befreiten etwa 7.000 Häftlinge, die im Lager verblieben waren. Während des Bestehens von Auschwitz hatten die SS-Verantwortlichen des Lagers fast eine Million Juden aus fast ganz Europa umgebracht. Andere Opfer umfassen etwa 74.000 Polen, etwa 21.000 Sinti und Roma und etwa 15.000 sowjetische Kriegsgefangene.